Wachstum im Gezeitenstrom: Das Alte Land

Als die Gletscherzungen der letzten Eiszeit abschmolzen, entstand das Urstromtal der Elbe. Das Schmelzwasser hinterließ eine Schwemmlandschaft zwischen hohen Geestrücken. Am Rande des nördlichen Geestrückens verläuft heute die Hamburger Elbchaussee, vom Blankeneser Süllberg überblickt man nach Süden das Urstromtal bis zu den Harburger Bergen: die heutige Elbe und die Kulturlandschaft Altes Land. 

Auf Erhebungen am Fluss sind ältere sächsische Siedlungen nachweisbar, das tieferliegende, den Gezeiten ausgesetzte unwirtliche Sumpfland wurde vor rund 900 Jahren auf Initiative des erzbischöflichen Landesherren urbar gemacht.

Holländer, sog. Siedlungsunternehmer und neue Siedler erbauten Deiche und Grabensysteme und prägten die heutigen Strukturen des 170 km2 großen Marschgebietes. Lohn für die harte Arbeit der Siedler, die mit Schaufeln und Karren hunderte Kilometer Gräben und Deiche zogen, war das Leben als freier Bauer auf eigenem Land.

Begünstigt durch die naturgegebenen fruchtbaren Marschböden, das milde Seeklima am Elbufer und die Verbrauchernähe über Wasserwege zu den Märkten der Hansestädte Buxtehude, Stade, Hamburg bis nach Berlin entwickelten sich die drei tragenden Wirtschaftszweige: Obstbau, Obsthandel und Schifffahrt. Mit Beginn der 90er Jahre wurde im Alten Land der Obstanbau nach den Richtlinien für kontrollierte Integrierte Produktion eingeführt. Wissenschaftliche Unterstützung für Integrierten Anbau und Biologischen Anbau wird vor Ort durch das Obstbauzentrum Esteburg geleistet. 

Heute ist die Kulturlandschaft „Altes Land“ das größte geschlossene Obstbaugebiet Nordeuropas. Rund 2000 Obstbaubetriebe, Obstvermarktungsorganisationen, Händler, Entwickler und Zulieferer von Obstbau- und Lagertechnik sorgen heute an der Niederelbe dafür, dass rund 120.000.000 Euro jährlich erwirtschaftet werden.

 

 

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